Lean Construction Management: So funktioniert modernes Baumanagement

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Bauarbeiter

Steigende Kosten, enge Termine und Materialengpässe belasten Schweizer Bau-Unternehmen zunehmend. Lean Construction Management schafft hier Abhilfe, indem es Prozesse strafft, Transparenz schafft und die Verschwendung von Zeit und Material reduziert. Digitale Tools bieten dabei wertvolle Unterstützung, um Lean-Prinzipien im Baualltag konsequent umzusetzen.

Was ist Lean Construction Management? Definition und Herkunft

Lean Construction macht Bauprojekte einfacher und die Baustellenorganisation übersichtlicher, indem Materialverschwendungen, Wartezeiten und Ablaufstörungen frühzeitig vermieden werden. Der Bauablauf wird als zusammenhängender Prozess mit klarer Projektstruktur betrachtet, wodurch Prozessfluss, Schnittstellen, Nacharbeit, Zeit und Kosten optimiert werden.

💡Die Idee von Lean Construction Management stammt ursprünglich aus der Autoindustrie, wo man gelernt hat, mit knappen Ressourcen sorgfältig umzugehen und Fehler von Anfang an zu vermeiden.

Effizientes Baumanagement: Lean vs. klassischer Bauablauf

Im Unterschied zum traditionellen Bauprozess, bei dem Aufgaben sequenziell mit Wartezeiten und Engpässen ablaufen, betrachtet Lean Construction den Bauablauf als durchgehenden Prozessfluss. Taktplanung, optimierter Material- und Informationsfluss und die kontinuierliche Anpassung der Ablaufplanung sorgen für verbesserte Projektkoordination und die engere Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Lean Site Management: Grundsätze, die alle Bauprozesse optimieren

Lean Construction orientiert sich daran, dem Kunden den höchsten Nutzen zu liefern, den Bauprozess effizient und stabil zu gestalten und gleichzeitig Ressourcen optimal einzusetzen. Innerhalb dieser Methode kommt es auf fünf Grundprinzipien an, die dieses Ziel erreichen sollen:

  1. Wert identifizieren: Erkennen, was den Kunden wirklich wichtig ist, zum Beispiel Qualität, Kosten oder Geschwindigkeit.
  2. Wertstrom abbilden: Alle Schritte im Bauprozess visualisieren und unnötige Tätigkeiten, Prozessabweichungen, Ressourcen-Verschwendung oder Nacharbeit eliminieren.
  3. Fluss schaffen: Den Prozessfluss so gestalten, dass Arbeiten ohne Unterbrechungen oder Wartezeiten ablaufen.
  4. Pull-Prinzip: Aufgaben und Material nur dann einplanen, wenn sie tatsächlich benötigt werden, um Ressourcenverbrauch und Wartezeiten zu reduzieren.

💡Hier helfen digitale Tools! SORBA bietet dafür Mobile Apps für Ressourcenplanung auf der Baustelle, Werkhof, Zeiterfassung und vieles mehr.

  1. Perfektion anstreben: Kontinuierliche Verbesserung und Ursachenanalyse durch Lernen aus jedem Projekt und Feedback aller Beteiligten, um die Prozessstabilität zu erhöhen und die Wertschöpfung zu maximieren.

Bauabläufe optimieren – nach den 7 Arten der Verschwendung

Jede Verschwendung auf der Baustelle kostet Zeit, Ressourcen und Geld. Die sieben Arten der Verschwendung nach dem Lean-Prinzip „Muda“ sollen die Produktion und Logistik effizienter gestalten. Auf Baulogistik lassen sie sich wie folgt übertragen:

  1. Überproduktion: Mehr Material oder Arbeiten als nötig vorbereiten.
  2. Zu hohe Bestände: Lagerhalterung bindet Kapital, verursacht Platzprobleme und Risiken.
  3. Unnötige Transporte: Material oder Werkzeuge unnötig bewegen.
  4. Unnötige Bewegungen: Mitarbeiter laufen durch schlechte Organisation zu viel.
  5. Produktionsfehler und Nacharbeit: Fehler verlängern Durchlaufzeit und mindern Qualität.
  6. Wartezeiten: Maschinen, Teams oder Materialien stehen still.
  7. Falsche oder unnötige Prozesse: Komplexe oder überflüssige Abläufe verursachen Aufwand und Verzögerungen.

Lean Management im Bauwesen: Tools, die Baustellen ins Rollen bringen

Lean Construction Management bedient sich konkreter Methoden und Werkzeuge, um Baustellen effizienter und transparenter zu gestalten. Diese Methoden stärken das Projektmanagement im Bauwesen, sorgen für die Qualitätssicherung und helfen dabei, das zu erreichen, worauf es auf der Baustelle ankommt:

Last Planner System

Mit dem Last Planner System (LPS) planen die Mitarbeiter ihre Aufgaben selbst und legen realistische Termine fest. Das reduziert Nacharbeit, erhöht die Planungssicherheit, unterstützt die Projektleitung und verbessert die Terminzuverlässigkeit. In der SORBA-Software liefert mySORBA eine zentrale Lösung, die Termin- und Aufgabenplanung mit der Leistungserfassung verbindet. Das macht den Leistungsfortschritt auf der Baustelle transparent und gut steuerbar.

5S-Ansatz – Ordnung und Transparenz auf Baustelle und im Büro

Der 5S-Ansatz (Arbeitsplatzorganisation in fünf Schritten: Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin) schafft eine strukturierte Arbeitsumgebung auf der Baustelle und im Büro, wodurch Prozessstabilität und Transparenz steigen und unnötige Wege, Suchzeiten und potenzielle Fehlerquellen sinken. In der Gesamtlösung von SORBA sorgen eine einheitliche Datenstruktur, zentrale Datenverwaltung und die digitale Baudokumentation und Rapportierung für eine durchgängige Organisation aller Abläufe.

Just-in-Time und digitale Kommunikation

Just-in-Time stellt sicher, dass Materialien und Informationen bedarfsgerecht geliefert werden, um Ressourcenverbrauch und Vorlaufzeiten zu minimieren. Die digitale Kommunikation auf der Baustelle koordiniert Aufgaben und begrenzt Engpässe. Mit der SORBA-Software lassen sich Material- und Personalplanung über die digitale Leistungserfassung mit SORBA einfach zu steuern. Gleichzeitig verwaltet die Werkhof-App Materialbestellungen und Inventar in Echtzeit.

Wertstromanalyse und Prozessmapping

Die Wertstromanalyse erkennt Engpässe im Bauablauf frühzeitig, stabilisiert so den Prozessfluss und reduziert Nacharbeit. Alle wertschöpfenden Schritte in der Ausführungsphase werden visualisiert, wodurch Koordination, Schnittstellen und der Ressourceneinsatz verbessert werden. Diese Abläufe lassen sich in der SORBA-Software übersichtlich abbilden, Teams gruppieren und Echtzeit-Kennzahlen und Projektkosten analysieren.

Wertstromanalyse im digitalen Kontext

Die digitale Wertstromanalyse und die zunehmende Automatisierung im Bauwesen machen Engpässe so sofort sichtbar. Dadurch steigt nicht nur die Planungssicherheit: Das Prinzip hilft dabei, Arbeitsabläufe, Materialfluss und Prozessverantwortung zu optimieren. Die integrierten Controlling-Module und das Management-Informationssystem (MIS) von mySORBA liefern Echtzeit-Kennzahlen zu Kosten, Leistungen und Prozessen, die die kontinuierliche Verbesserung und Prozessstabilität unterstützten.

 

 


 

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    Baustellenleiter nutzt SORBA-Software, um den Baustellenbetrieb zu überblicken 

Lean Management auf der Baustelle: Mehr Effizienz, weniger Verschwendung

Lean Construction bringt der Schweizer Bauwirtschaft klare Vorteile: stabilere Prozesse, kürzere Bauzeiten und besser planbare Projekte. Durch den Fokus auf Wertschöpfung und die Reduktion von Verschwendung sinken Materialkosten, Lagerbestände und unnötiger Ressourcenverbrauch. Zusammengefasst:

  • Kostenreduktion durch weniger Verschwendung und Nacharbeit
  • Kürzere Bauzeiten dank Bauzeitenplanung, stabiler Abläufe, klarer Taktung und verbessertem Prozessfluss
  • Höhere Qualität und weniger Fehler/Mängel durch standardisierte Arbeitsabläufe
  • Bessere Planbarkeit und höhere Teamzuverlässigkeit trotz komplexer Schnittstellen
  • Mehr Produktivität durch bessere Baustellenorganisation und gezielten Ressourceneinsatz

Bauprozessmanagement ist die Zukunft

Lean Construction hat in der Schweizer Bauwirtschaft eine vielversprechende Zukunft: Die digitale Transformation im Bau macht Baustellen-Prozesse und Materialflüsse durch BIM, IoT und mobile Apps transparenter. Gleichzeitig bieten Lean-Prinzipien grosse Chancen für Nachhaltigkeit im Bau, weil sie Verschwendung, Emissionen und Nacharbeit reduzieren. Unternehmen mit Lean-Construction-Strategie sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil, da sie schneller und zuverlässiger bauen als ihre Konkurrenten.

Bauprojekte schneller umsetzen: Mit Lean und digitalen Tools

Lean Construction liefert Effizienz durch stabile Prozesse, klare Abläufe und weniger Verschwendungen. Entscheidend ist die kontinuierliche Optimierung des Bauablaufs, die nur mit zentral verfügbaren Daten und reibungsloser Kommunikation funktioniert. Hierfür kommen digitale Tools zum Einsatz: mySORBA unterstützt Lean-Prozesse durch transparente Arbeitsvorbereitung, Echtzeit-Daten und die integrierte Bauprojektsteuerung von Ressourcen. Verbesserung lässt sich so innerhalb der Baustellenlogistik messbar nachweisen.

Wie sorge ich dafür, dass Subunternehmer termingerecht liefern und korrekt abgerechnet werden?

Um sicherzustellen, dass Subunternehmer termingerecht liefern und korrekt abgerechnet werden, setzen Sie auf klare Leistungsvereinbarungen, digitale Leistungserfassung und regelmässige Soll-Ist-Vergleiche, zum Beispiel über Tools wie mySORBA.

Wie behalte ich den Überblick über die Optimierung der Bauprozesse bei mehreren Baustellen gleichzeitig?

Nutzen Sie zentrale Projektübersichten, Echtzeit-Kennzahlen und standardisierte Prozesse, um Fortschritt, Planabweichung, Engpässe und Ressourcen effizient zu steuern.

Wie kann ich den Informationsfluss zwischen Baustelle und Büro verbessern?

Digitale Kommunikation, mobile Apps und zentrale Dokumentenverwaltung sorgen dafür, dass Daten und Entscheidungswege zwischen Büro und Baustelle schnell, transparent und fehlerfrei fliessen.

Wie erkenne ich frühzeitig, wenn ein Projekt aus dem Budget läuft?

Echtzeit-Controlling, Projektkostenanalyse und ein regelmässiger Soll-Ist-Vergleich helfen, Budgetüberschreitungen früh zu erkennen und gegenzusteuern.

 

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