Landesmantelvertrag 2026+: Das ändert sich im Bauhauptgewerbe

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Aktualisiert am 23. Oktober 2026

Der Landesmantelvertrag (LMV) 2026+ für das schweizerische Bauhauptgewerbe gilt seit dem 1. Januar 2026. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) und die Gewerkschaften Unia und Syna hatten sich im Dezember 2025 auf den neuen Vertrag geeinigt. Seit dem 1. April 2026 ist er vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt.

Der neue LMV hat eine Laufzeit von sechs Jahren bis Ende 2031. Er betrifft rund 80’000 Mitarbeitende im Bauhauptgewerbe und bringt Anpassungen bei Arbeitszeit, Überstunden, Reisezeit, Lohnbestandteilen und Absenzen.

In diesem Beitrag zeigen wir kompakt und verständlich:

  • was der LMV Landesmantelvertrag 2026+ regelt

  • welche Änderungen konkret für Bauunternehmen gelten

  • und wie Sie mit SORBA 360 LMV-2026-konform arbeiten

Was ist der Landesmantelvertrag (LMV)?

Der Landesmantelvertrag der Baubranche ist der wichtigste Gesamtarbeitsvertrag im schweizerischen Bauhauptgewerbe. Der LMV ist allgemeinverbindlich und gilt für alle Betriebe im Bauhauptgewerbe in der Schweiz.
Er regelt unter anderem:

  • Arbeitszeiten und Überstunden

  • Reise- und Fahrzeiten zur Baustelle

  • Löhne, Zulagen und Zuschläge

  • Ferien, Absenzen und Sonderregelungen

Neuer LMV seit 2026 mit sechsjähriger Laufzeit

Der neue LMV 2026+ gilt vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2031.

Neu gibt es während dieser sechs Jahre keine ordentlichen jährlichen Lohnverhandlungen, ausser bei einer ausserordentlichen Teuerung von über 2 %.
Das schafft Planungssicherheit für Bauunternehmen und stabilere Rahmenbedingungen.

Seit dem 1. April 2026 ist der LMV allgemeinverbindlich. Er gilt damit für alle Betriebe des Bauhauptgewerbes, auch wenn sie nicht Mitglied im SBV sind.
Wir informieren unsere Kundinnen und Kunden laufend über die konkreten Auswirkungen und die notwendigen Umsetzungen in SORBA 360.

Die wichtigsten Änderungen im LMV Landesmantelvertrag 2026

Nachfolgend finden Sie eine übersichtliche Auflistung aller zentralen Neuerungen. Spezifische Implementierungsanleitungen finden Sie in unserem Help Center Artikel.

1. Umstellung der Arbeitszeitplanung auf das Kalenderjahr

Die Arbeitszeit wird neu nach dem Kalenderjahr (Januar bis Dezember) geplant, ab 2027 erstmals über ein ganzes Jahr. Die Jahresarbeitszeit bleibt unverändert bei 2’112 Stunden.

2026 ist ein Übergangsjahr, da bisher das Planungsjahr von Mai bis April galt. Die Betriebe mussten deshalb bis Ende April 2026 einen verkürzten Arbeitszeitkalender für Mai bis Dezember 2026 erstellen. Der bisherige Stichtag 30. April ist entfallen, bestehende Überstunden wurden auf neue Rechnung vorgetragen.

2. Neues Arbeitszeitmodell ab 2027 (optional)

Ab 1. Januar 2027 können Betriebe wählen zwischen:

  • dem bisherigen Modell mit Arbeitszeitkalender (schwankende Wochenarbeitszeit)

  • der neuen konstanten Arbeitszeitplanung mit gleicher täglicher Arbeitszeit

Beispiel:

  • täglich gleich viele Stunden: 8,1 Stunden pro Tag, mit bis zu 5 Nullstundentagen entsprechend mehr (rund 8,25 Stunden)

  • dafür mehr Über- und Minderstunden über das Jahr verteilt

Voraussetzung ist ein ausgeglichener monatlicher Lohn. Der Wechsel zwischen den Modellen ist nur auf Beginn eines Kalenderjahres möglich und muss der lokalen paritätischen Kommission schriftlich mitgeteilt werden.

Achtung: Der Arbeitszeitkalender bzw. die konstante Arbeitszeitplanung für 2027 muss der paritätischen Berufskommission bis Mitte November 2026 zugestellt werden.

3. Deutlich mehr Spielraum bei Überstunden

Die Bandbreite der Überstunden wurde erweitert:

  • mit Arbeitszeitkalender: –20 bis +120 Stunden

  • mit konstanter Arbeitszeitplanung: –50 bis +120 Stunden

Neu möglich:

  • unterjährige Auszahlung von bis zu 100 Überstunden ohne Zuschlag (auf Wunsch des Mitarbeitenden)

  • kein Zuschlag mehr für Stunden zwischen 48 und 50 Wochenstunden

  • Zuschlag von 25 % gilt erst ab 50 Stunden gemäss Arbeitsgesetz

Der bisherige Stichtag 30. April entfällt. Stattdessen wird per 31. Dezember gemeinsam entschieden, ob Überstunden ausbezahlt, ins Folgejahr übertragen, oder auf ein Langzeitferienkonto gebucht werden.

4. Einführung eines Langzeitferienkontos (optional)

Betriebe können neu freiwillig Langzeitferienkonten anbieten.

  • Aufbau durch Überstunden (jährlich bis 200 Stunden)

  • bei finanzieller Absicherung sogar bis 700 Stunden möglich

  • Bezug der Zeit nach Vereinbarung zwischen Betrieb und Mitarbeitenden

  • Auszahlung bei Austritt ohne Zuschlag

5. Neue Regelung der Reisezeit zur Baustelle

Die Reisezeit zählt weiterhin nicht zur Jahresarbeitszeit.

  • Ein Teil der Reisezeit ist pauschal mit der Baustellenzulage abgegolten: 30 Minuten bis Ende 2028, 25 Minuten 2029, 20 Minuten ab 2030.
  • Reisezeit über dieser Pauschale wird im Folgemonat zum Grundlohn entschädigt. Bis zu 10 Minuten davon können stattdessen als Arbeitszeit abgerechnet werden.
  • Ab 2027: Übersteigt die tägliche Reisezeit 60 Minuten (Arbeitszeitkalender) bzw. 90 Minuten (konstante Arbeitszeitplanung), wird der Rest dem Mehr- und Minderstundenkonto gutgeschrieben statt ausbezahlt.

6. Neue Baustellenzulage ab 2026

Einführung einer gestaffelten Baustellenzulage pro geleisteten Arbeitstag ab 5,5 Stunden Arbeitszeit:

  • 2026: CHF 4.– pro Arbeitstag

  • 2027: CHF 6.50 pro Arbeitstag

  • ab 2028: CHF 9.– pro Arbeitstag

Lernende erhalten die Zulage zu 50 %. Mit der Baustellenzulage ist auch ein Teil der Reisezeit pauschal abgegolten (siehe Abschnitt 5).

➡️ Spesencharakter: keine Sozialabgaben


Reisezeit LMV 2026Reisezeit- und Baustellenzulageregelung vom neuen LMV 2026+ (Quelle: SBV, Information zum LMV 2026+ vom 14.12.2025)

7. Löhne und Teuerungsausgleich klar geregelt

  • 2026: kein Teuerungsausgleich auf Effektivlöhnen

  • 2027 und 2028: 80 % Teuerungsausgleich in Franken

  • 2029 und 2030: Teuerungsausgleich minus 0,25 Prozentpunkte

  • 2031: Teuerungsausgleich auf Basis des Durchschnitts-Mindestlohns

Mindestlöhne bleiben während der gesamten Laufzeit an den LIK (Landesindex der Konsumentenpreise) gekoppelt.

Die Lohnkosten im Bauhauptgewerbe steigen mit dem LMV 2026+ nicht auf einmal, sondern schrittweise über sechs Jahre. Ein Teil der Mehrkosten entsteht durch die neue Baustellenzulage und die schrittweise Reduktion der pauschal abgegoltenen Reisezeit, ein weiterer Teil durch den geregelten Teuerungsausgleich. Je nach Entwicklung der Teuerung ergibt sich für die Betriebe über die gesamte Laufzeit eine Gesamtsteigerung der Lohnkosten von rund 5 bis 10 Prozent.

8. Weitere wichtige Anpassungen

  • Baustellenzulagen und Zuschläge im Untertagebau deutlich erhöht

  • Krankentaggeldversicherung neu 80 % des Lohnes, Aufschubfrist bis 60 Tage möglich

  • Samstagsarbeit weiterhin meldepflichtig und mit 25 % Zuschlag

  • Stärkung der Friedenspflicht mit einer Pönale von CHF 25’000: Arbeitskämpfe wie Streiks sind während der Vertragslaufzeit nicht erlaubt; bei Verstössen ist neu eine Vertragsstrafe vorgesehen.

automatische Zeiterfassung Reisezeit Mockup TabletMit dem digitalen Tagesrapport erfassen Sie die Reisezeit automatisch und setzen die LMV-Vorgaben einfach und korrekt um.

Was bedeutet der LMV 2026 für Bauunternehmen?

Für Bauunternehmen bedeutet der neue Landesmantelvertrag vor allem:

  • mehr Flexibilität bei Arbeitszeitmodellen

  • höhere Anforderungen an die korrekte Zeiterfassung

  • klare Regeln bei Reise- und Fahrzeiten

  • Anpassungen in Lohn, Zulagen und Absenzen

➡️ Entscheidend ist, dass die administrativen Prozesse sauber und digital abgebildet werden.

SORBA 360 ist bereit für den LMV Landesmantelvertrag 2026

Mit SORBA 360 sind Sie technisch und organisatorisch bestens vorbereitet auf die neuen Regelungen des LMV 2026.

Seit dem Inkrafttreten des LMV 2026+ unterstützen wir unsere Kunden aktiv bei der Umsetzung der neuen Vorgaben in SORBA 360.
So stellen wir sicher, dass Arbeitszeit, Reisezeit, Überstunden, Zulagen und Baulohn gesetzeskonform und praxisnah abgebildet werden.

So unterstützt Sie SORBA 360 konkret:

  • Arbeitszeit- und Überstundenmodelle flexibel abbilden

  • Reisezeiten zur Baustelle korrekt erfassen und auswerten

  • Langzeitferienkonten transparent führen

  • Baulohn, Zulagen und Zuschläge LMV-konform abrechnen

  • mobile Zeiterfassung per App direkt von der Baustelle

Alle Anpassungen können zentral, nachvollziehbar und gesetzeskonform umgesetzt werden.

Fazit: Jetzt korrekt umsetzen

Der Landesmantelvertrag 2026+ bringt wichtige Veränderungen für das Bauhauptgewerbe.
Wer seine Prozesse jetzt sauber anpasst, spart Zeit, reduziert Fehler und bleibt rechtlich auf der sicheren Seite.

Mit SORBA 360 sind Sie bereit für den LMV 2026+. Wir begleiten Sie bei der Umsetzung – digital, effizient und praxisnah für die Schweizer Baubranche. Vom Baulohn über die Arbeitszeiterfassung und effizienten Projektverwaltung bis zur kompletten Finanzbuchhaltung.  Mit SORBA 360 machen Sie diese 10 Fehler nicht.

Quelle: SBV, SVK, Sonderdruck AVE LMV 2026–2031 (Stand 1. April 2026)

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