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Tipp von der Buchhaltung: das Debakel der Erfassung von stillen Reserven


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Wissen Sie noch, was Sie vor zwei Jahren als stille Reserven verbucht haben? Wahrscheinlich nicht. Diese Ungewissheit kann zu fatalen Fehlinterpretationen der steueroptimierten Bilanz und Erfolgsrechnung führen. Wer keine internen Aufstellungen hat, in denen klar ersichtlich ist, was mit der Veränderung der stillen Reserven das effektive Geschäftsergebnis ist, verliert schnell den Überblick über den Stand der Firma. Für grosse Unternehmen sind interne Bilanzen eine Selbstverständlichkeit. Die meisten KMUs halten das für unnötige Bürokratie. Gian Luca Lorenzini, unser Spezialist im Bereich Service Finanzen erklärt, warum diese Einstellung gefährlich ist.

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Steuerliche Optimierung – gesetzlich erlaubt!

Mit der Auflösung oder Bildung der stillen Reserven lassen sich die Zahlen des Geschäftsjahres verändern. Stille Reserven entstehen bei der Überbewertung von Schulden oder der Unterbewertung des eigenen Vermögens. Was sich zunächst nach einem dubiosen Verfahren anhört, ist gesetzlich genau geregelt und erlaubt. Stille Reserven können in verschiedenen Positionen vorkommen: Delkredere, Objekt in Arbeit, Warenvorräte, Anlagevermögen, Rückstellungen und latente Steuern (negative stille Reserven). Einige Regelungen dazu finden schweizweit Anwendung. So kann – um ein Beispiel zu nennen - ein Drittel des Anschaffungspreises der Warenvorräte als stille Reserven deklariert werden. Jedoch gibt es auch zahlreiche kantonale Gesetze. Zum Beispiel kann in einigen Kantonen eine neue Maschine bereits im Anschaffungsjahr 100% abgeschrieben werden. Andere Kantone lassen eine Abschreibung von 80% innerhalb von zwei Jahren zu. Die übliche Variante ist aber eine degressive Abschreibung von 30-40% des Restwertes. Diese Möglichkeiten können einen enormen Einfluss auf das Ergebnis haben. Somit kann das effektive Betriebsergebnis „verwässert“ werden.

Warum interne Zahlen essenziell sind

Die steuerliche Optimierung der Ergebnisse ist natürlich wichtig; niemand möchte mehr Steuern bezahlen als nötig. Jedoch unterschätzen viele, dass diese Handhabung dazu führt, dass man intern keinen Überblick mehr darüber hat, wie das Geschäft wirklich läuft. Denn wenn man den Betrag der stillen Reserven als Fortführungswert nicht kennt, weiss man auch nicht, über wieviel eingesetztes Eigenkapital das Unternehmen wirklich verfügt. Daher legen wir Ihnen ans Herz, interne Bilanzen und Erfolgsrechnungen zu erstellen. Viele verzichten darauf, weil sie denken, der Steuerbeamte könne Einsicht in diese Dokumente nehmen. Er kann jedoch nur verlangen, dass man Belege von einzelnen Positionen der Steuerbilanz darlegt. Diese Angst ist daher unbegründet. Der Vorwand, man hätte die Zahlen auch ohne schriftliche Aufzeichnung im Griff und bräuchte diese zusätzliche Bürokratie nicht, führt meistens dazu, dass der Überblick verloren geht. Schliesslich muss man sich so viele andere Sachen merken, da gehen die stillen Reserven von vor drei Jahren schnell vergessen.