MalerGipser-Forum: gemeinsam in die Zukunft

29.03.19, 13:53

Gestern hat das erste MalerGipser-Forum, organisiert vom Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV), in Luzern stattgefunden. Unter dem Motto «Gemeinsam in die Zukunft» trafen sich Fachleute der Maler- und Gipserbranche. SORBA als Magnum Partner hatte die Möglichkeit, diese Tagung mitzugestalten und war mit einem Stand im Foyer vertreten. Den ganzen Tag wurden spannende Vorträge durchgeführt zu ganz unterschiedlichen Themen. Unten finden Sie eine kleine Zusammenfassung der spannendsten Punkte der Vorträge.

SMGV Vortrag Ende-2-1

Als Erstes durfte Herr Andreas Hofer, dipl. Architekt ETH über die Entwicklungen von Wohn- und Gesellschaftsformen sprechen. Er hat einen Überblick über die innovativsten Bauprojekte der 20er Jahre gegeben und einen kritischen Blick in die Gegenwart gewagt, mit erfolgreichen und weniger attraktiven Wohnsiedlungen. Es wird heute dichter gebaut. Jedoch heisst das nicht, dass man enger wohnen muss. Denn es bestehen neue Möglichkeiten, die rund um das Wohnen erweitert werden sollten, z.B mit Freizeitangeboten, Grünflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten etc.

Anschliessend ist Herr Martin Killias, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, das Thema «Bauen versus Bewahren» mit einer Prise Humor angegangen. Er hat die Wichtigkeit der Bewahrung alter Gebäude betont. Alte Gebäude und Ortsbilder sind identitätsstiftend und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Tourismus. «Je mehr die Anderen kaputt machen, desto mehr wird man unsere StädteSMGV Sorba Stand-2-2 und Dorfzentren schätzen » meinte Herr Killas lachend. Die Denkmalpflege stellt zudem eine Chance für Handwerker dar, da ohne sie der Erhalt solcher alter Gebäude nicht möglich wäre. Bei der Renovation  spielen Maler und Gipser eine bedeutende Rolle. Oft reicht bereits eine « Pinselrenovation » aus, anstatt tiefe Eingriffe in das Gebäude vorzunehmen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einem Vortrag über den Einstieg in die Digitalisierung von Herrn Marc Pancera, Verantwortlicher BIM bei Itten + Brechbühl AG. Bevor er in das Thema BIM eingegangen ist, hat er den Unterschied zwischen der Digitalisierung allgemein und der digitalen Transformation betont. Digitalisierung bedeutet eine Steigerung der Effizienz, welche durch Verknüpfungen und Vernetzungen der Prozesse erzielt wird, dank Technologien und IT Infrastruktur. Ein Beispiel wäre die Einführung einer Software Gesamtlösung wie SORBA in einem Betrieb. Es gibt in einem solchen Digitalisierungsprozess keine grundlegende Änderung des Geschäftsmodelles der Baufirma. So ein Änderungsprozess wird auch digitale Transformation genannt. Herr Pancera hat weiter auch über die Vorteile von BIM gesprochen. Jede Fachdisziplin erstellt ein Fachmodell und dieses wird in einem zweiten Schritt konsolidiert. Dank dieses Modells werden keine Protokolle mehr benötigt, die Kommunikation und Koordination verbessert sich, Kollisionen und Probleme können frühzeitig vor Beginn des Baus erkannt werden.

Über das Thema «Putz der Zukunft» hat Prof. Markus Schlegel gesprochen. Er hat die Resultate einer Studie gezeigt, welche die Rolle der Putzfassaden in der Vergangenheit analysiert und mit gegenwärtigen Themen kombiniert, um zukünftige Trends in diesen Bereichen vorherzusagen. Er hat schliesslich vorgestellt, wie eine vernetzte Putzfassade aussehen würde. Der Putz ist aus einer Grossstruktur und mit digitalen Komponenten ausgestattet. Durch 3D und Robotik können zudem Putzfassaden individualisiert werden.

Ein besonders spannender Vortrag war von Herrn Hanspeter Vochezer, eidg. dipl. Hotelier, Butler & Imageconsultant über das Thema «Ist die Zukunft der Handwerker ein Dienstleister?». Er hat über grundlegende Regeln über den Verhaltenskodex in Geschäften referiert. Sei es im Bereich Maler & Gipser oder als Butler: Es gilt, dynamisch auf die Kundenbedürfnisse einzugehen, um ihnen mehr zu bieten, als sie erwarten würden. Der erste Eindruck zählt, denn es gibt keine zweite Chance den ersten Eindruck zu wiederholen. Gewisse Regeln, wie sich mit Vor-, Nachnamen und Firma vorzustellen, den Kunden zu informieren wie der Ablauf der Arbeiten aussieht und ihn auf dem laufenden zu halten oder einfach Danke sagen, erscheinen selbstverständlich, machen aber einen deutlichen Unterschied aus. Zudem betonte Herr Vochezer, dass man als Handwerker dem Kunden nie ein «Nein» geben sollte, sondern stets nach Alternativen suchen und diese vorschlagen. «Go the extra mile» ist die Devise. «Ein Glücklicher Kunde kommt zurück», darum sind Empathie, aktives Zuhören, ehrlich gemeinte Komplimente und soziales Einfühlungsvermögen zentral für eine gesunde Kundenbeziehung.

Als Letzter ist Dr. Fabian Waltert, Ökonom Credit Suisse aufgetreten und hat referiert über den Einfluss von Konjunktur, Politik und Digitalisierung auf die Maler & Gipser Branche. Er stellte fest, dass sich Zeichen SMGV Halle-2von Sättigung auf dem Wohnungsmarkt spüren lassen. Denn hoher Wettbewerbsdruck, tiefe Margen und tiefe Markteintrittshürden haben zum Trend geführt, dass weniger Neugründungen und gleichzeitig mehr Insolvenzen stattfinden. Leerstehende Wohnungen (zurzeit sind es etwa 72'000, vor allem in den Gebieten ausserhalb der Grossstädte) verringern das Auftragsvolumen in diesen Regionen. Der Umbau- und Sanierungsbereich ist jedoch robuster als der Neubaubereich. Das ist zurückzuführen auf die zahlreichen energetischen Sanierungen, dem Zweitwohnungsgesetz und der geringeren Zinssensibilität. Genau diese Punkte stellen Potentiale für Maler & Gipser dar.

Langer Worte kurzer Sinn: Wir können auf einen sehr vielfältigen und lehrreichen Tag zurückblicken. In einigen Gesprächen an unserem Stand im Foyer durften wir uns über die Vorteile des neuen SMGV Malerkatalogs für Innen- und Aussenarbeiten unterhalten. Wir danken dem SMGV herzlich für die hervorragende Organisation und freuen uns auf das Nächste Jahr!

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Topics: Messe

Séverine Gremper

Verfasst von Séverine Gremper

Habe immer etwas Kreatives im Kopf wie zum Beispiel meine Leidenschaft für Kirigami, eine Papier-Schneidekunst aus Japan, die ich für Grusskarten nutze. Wenn ich nicht bastle bin ich meistens mit dem Rennvelo unterwegs.

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